Ein Fernstudium im Tourismus richtet sich an Berufstätige und an Menschen, die zu Hause lernen. Es bereitet auf kaufmännische, planerische und koordinierende Aufgaben vor. Je nach Berufsziel gibt es kurze Fernlehrgänge und Bachelorstudiengänge. Dauer und berufliche Ausrichtung unterscheiden sich.
Im Tourismusmanagement geht es um Betriebswirtschaft, Reiseveranstaltung, Marketing und die Entwicklung von Reisezielen. Das eröffnet verschiedene Berufswege, garantiert aber keine Stelle. Für den Einstieg zählen auch die gewünschte Tätigkeit, praktische Erfahrung und die konkrete Qualifikation.
Dauer und Lernaufwand im Fernstudium
Ein Bachelor in Tourismusmanagement dauert mehrere Jahre und erfordert regelmäßige Lernzeiten. Für ihren Studiengang gibt die IU 36 Monate im Vollzeitmodell an. Die Teilzeitmodelle dauern 48 beziehungsweise 72 Monate. Je nach Zeitmodell rechnet der Anbieter mit rund 40, 30 oder 20 Lernstunden pro Woche. Diese Angaben gelten nur für diesen Studiengang. Andere Fernstudiengänge können davon abweichen.
Kürzere Fernlehrgänge haben einen anderen Schwerpunkt. Für ihren Lehrgang Tourismusmanagement setzt die Fernakademie für Erwachsenenbildung zwölf Monate an, bei etwa acht Stunden Lernzeit pro Woche. Laut Anbieter lässt sich der Lehrgang um bis zu sechs Monate verlängern. Am Ende steht ein Zeugnis der Fernakademie, kein Bachelorabschluss. Vergleichen Sie deshalb neben der Dauer auch den Abschluss, die Lerninhalte und die Zielgruppe.
Beim Fernstudium organisieren Sie einen großen Teil des Lernens selbst. Planen Sie feste Lernzeiten ein, zum Beispiel an mehreren Abenden oder am Wochenende. Sehen Sie sich vor der Entscheidung den Studienplan an. Bachelorprogramme umfassen neben Tourismusinhalten auch Statistik, Rechnungswesen und Recht.
Inhalte im Tourismusmanagement-Studium
Tourismusmanagement-Studiengänge vermitteln Grundlagen für Planung und wirtschaftliche Entscheidungen in der Branche. Dazu gehören Betriebswirtschaft, Tourismuswirtschaft, Marketing, Marktforschung und Vertrieb. Je nach Studiengang kommen Themen wie Reiseveranstaltung, Hotelmanagement, Veranstaltungen, Projektmanagement, Tourismusrecht und nachhaltige Entwicklung hinzu.
Die Studieninhalte helfen bei unterschiedlichen Aufgaben. Wer im Produktmanagement arbeiten möchte, braucht Kenntnisse über Nachfrage, Kalkulation und Vermarktung. Bei der Entwicklung eines touristischen Angebots werden häufig Leistungen eingekauft und Preise festgelegt. Im Destinationsmanagement planen Beschäftigte die touristische Entwicklung eines Ortes oder einer Region. Dabei berücksichtigen sie die Interessen von Unternehmen, Bevölkerung und Umwelt.
Theorie allein bereitet nicht auf alle Aufgaben im Berufsalltag vor. Prüfen Sie deshalb, ob der Studiengang einen Praxisanteil vorsieht. Manche Studiengänge bieten dafür ein Praktikum an, andere ein Projekt oder eine Praxisphase. Auch passende Berufserfahrung oder ein Praktikum neben dem Studium kann den Einstieg erleichtern.
Typische Aufgaben im Tourismus
Im Tourismus gehören Beratung, Analyse und Planung zu den typischen Aufgaben. In der Reisevermittlung fragen Beschäftigte nach den Wünschen der Kunden, suchen passende Verbindungen und Unterkünfte, erstellen Angebote und buchen die Reisen. Bei Geschäftsreisen stimmen sie außerdem Reisepläne und betriebliche Vorgaben ab.
Bei Reiseveranstaltern bündeln Beschäftigte touristische Leistungen zu Angeboten, kalkulieren Preise und planen Marketingmaßnahmen. Sie bearbeiten auch Stornierungen und Reklamationen. Im Produktmanagement untersuchen sie die Nachfrage, entwickeln Reiseangebote und stimmen Einkauf, Preise und Vertrieb aufeinander ab.
Tourismusmanager arbeiten auch in Hotels, bei Fluggesellschaften und Bahnunternehmen, in Event- und Kongressagenturen, bei Online-Portalen oder in Tourismusorganisationen. Je nach Stelle verkaufen sie Angebote, planen Projekte, betreuen Gäste oder werten Marktdaten aus. Ein Abschluss in Tourismusmanagement führt nicht nur in Reisebüros und bringt nicht automatisch eine Führungsposition.
Fernstudium oder duale Ausbildung?
Wer vor allem Reisende beraten, Buchungen bearbeiten und kaufmännische Abläufe kennenlernen möchte, kann auch eine duale Ausbildung zur Tourismuskauffrau oder zum Tourismuskaufmann für Privat- und Geschäftsreisen machen. Dieser anerkannte Ausbildungsberuf dauert drei Jahre. In der Praxis lernen Auszubildende unter anderem Kundenberatung, Buchungen, Kalkulation, Reklamationsbearbeitung und Marketing.
Ein Fernstudium in Tourismusmanagement führt zu einem anderen Abschluss. Ein Bachelor vermittelt ein breites Wissen in Wirtschaft und Tourismus und passt besonders zu Interessen an Planung, Marketing oder Management. Ein kürzerer Fernlehrgang bietet eine kompakte Weiterbildung. Laut Anbieter richtet er sich teilweise besonders an Menschen, die schon in der Branche arbeiten. Entscheidend ist, welche Aufgaben Sie übernehmen möchten und welchen Abschluss Arbeitgeber dafür verlangen.
Berufsaussichten im Tourismus
Tourismusmanager finden Einsatzmöglichkeiten bei Reiseveranstaltern, Hotels, Fluggesellschaften, Bahnunternehmen, Destinationen und Online-Portalen. ARD alpha nennt Aufgaben im Produktmanagement, Marketing, Projektmanagement, Vertrieb und in der Gästebetreuung. Die vielen Tätigkeitsfelder bieten verschiedene Schwerpunkte. Sie sagen aber nicht aus, wie schnell Absolventinnen und Absolventen eine Stelle finden.
Die Zahl der Beschäftigten schwankt in einzelnen Bereichen. Eine Auswertung des IAB zum touristischen Arbeitsmarkt in Bayern berichtet für 2019 bis 2021 von häufigen Stellenwechseln und saisonalen Schwankungen. In diesem Zeitraum sank die Zahl der Beschäftigten im Tourismus dort um rund 20 Prozent. Der Bericht bringt diesen Rückgang mit den Auswirkungen der Pandemie in Verbindung. Die Zahl beschreibt weder den heutigen Arbeitsmarkt in ganz Deutschland noch alle Berufe der Branche. Ein Abschluss führt daher nicht automatisch zu einer Stelle.
Legen Sie zuerst fest, welche Tätigkeit Sie anstreben. Vergleichen Sie passende Studienpläne und prüfen Sie den Abschluss. Erkundigen Sie sich außerdem nach Praktika oder anderen Praxisanteilen. Wenn Sie in die Kundenberatung oder in operative Abläufe einsteigen möchten, ziehen Sie auch eine duale Ausbildung und praktische Erfahrungen in Betracht.

